Der Start meines Abenteuers

Tagesetappe: Wiesbaden - Schlitz

Tagesbilanz: 177 km, 1086 Höhenmeter 

 

Gefühlt war der Morgen wie jeder andere. Der Wecker klingelte gegen 6 Uhr. Träge vollführte ich wie gewohnt die alltägliche Morgenroutine und verspeiste die letzten mütterlich hergerichteten Happen.  

Einziger Unterschied, dass ich diesen Platz, dieses Privileg von diesem Moment an für Monate hinweg abgeben muß und mich mir selbst überlassen bin. Aber dieses Bewusstsein war einfach nicht wirklich gegenwärtig. Die Gespräche waren zwar anderer Thematik, aber doch war das heimische Klima unverdrängt präsent.

In mir wollte einfach kein Gefühl von Abschied aufkommen, obwohl es doch ein so signifikanter Punkt meines Lebens ist / sein könnte. 

Werde ich jemals wieder in die umsorgte, kindliche Position zurückkommen? Wie es nach der Reise weitergeht weiß ich nur grob. Ich will meine Erfahrungen auf der Reise mit einbringen, um meinen weiteren Werdegang aktiv zu lenken und bin gespannt, wohin der Weg mich führen wird.

 

 

 

Es ging also los. Meine Eltern und ein paar Freunde der Familie hatten sich versammelt, um letzten Abschied von mir zu  nehmen. Der Countdown zählte runter 20, .....5, 4, 3, 2, 1, 0, Start. 

 


 

Die Kurbel begann sich immer schneller zu drehen. Zu meiner Überraschung stießen, die ersten Straßen entlang noch ein paar Freunde mit Fahrrädern und Motorad dazu, und geleiteten mich sicher aus Wiesbaden heraus. Vielen Dank an dieser Stelle an Alex, Paul, Jan, Lucas, Tobi und Leon. Was für eine geile Idee!

 

Den Rest des Tages blieb ich nicht ganz allein, sondern Alex verweilte noch ein wenig länger; genau genommen: 177 km.

In Richtung Bad Vilbel ging es ein langes Stück entlang der Nidda, einhergehend mit den erste Regenschauern. 

Bereits um 12:30 war die erste 100-km-Marke geknackt. Es rollte einfach super gut. Das Fahrrad ist klasse, und die Radwege könnten nicht besser ausgebaut sein. Als Wiesbadener ist man von radfreundlichen Straßen ja in keinster Weise verwöhnt. In diesem Sinne, richtiger Luxus, so kann es gerne weitergehen, bzw. weiterfahren. 

Nach ein paar kräftezehrenden Anstiegen und 177 km war der erste Tag schließlich gemeistert. Bei der Ankunft in Schlitz folgte der Abschied von Alex und ich bezog meinen nächtlichen Schlafplatz in einer Pension. 

 

Von nun an also ganz alleine. Mal sehen, wie sich Einsamkeit anfühlen kann. Sicher gibt es da auf meinem Weg in den Norden noch viele Gelegenheiten darüber zu sinnieren. Aber werde ich wirklich alleine sein? Ich bin jedenfalls gespannt.