Alles hat ein Ende, auch das schöne Wetter

Tagesetappe: Istunmäki - Laukka

Tagesdistanz: 106km

 

Die letzten Regentropfen fallen vom Himmel, als mir der Schlaf aus den Augen entschwindet. Im Schlafsack ist es viel zu gemütlich, dass ich einige Zeit benötige, bis ich mich aufrappeln kann. Dicke Wolkenschwaden hängen über dem See. Die Natur hat sich über Nacht verändert. Der Wetterwechsel hat ihr eine neue Facette auferlegt. Nasskalt, grau und trist scheinen mir die Wälder. Über den ganzen Tag will sich daran nichts ändern. Von einem Regenschauer fahre ich in den nächsten. Meine Motivation leidet unter diesem ständigen Wetterumbruch. Regenklamotten an und nach fünf Minuten erneut halten, um sie wieder auszuziehen. Verhext. 

Am Abend schleppe ich mich mit letzter Kraft in ein Dorf, von dem ich mir erhofft hatte, dass es mir eine Badestelle zu bieten hat, da es an einem großen See liegt. Dem ist leider nicht so. Notgedrungen fahre ich weiter. In der letzten Hoffnung etwas zum Waschen zu finden folge ich einem braunen Schild (hierzulande für Sehenswürdigkeiten), auf dem etwas für mich Unentzifferbares steht. 

Plötzlich stehe ich inmitten eines Friedhofs. Was für ein Platz zum Wild-Zelten! Mit getrenntem Männer- und Frauen-Klo und zwei Steckdosen überzeugt mich der Ort schließlich und so kommt es, dass ich mein Zelt zwischen den Gräbern aufbaue. Ein wenig makaber, aber ich bin wirklich fertig, und meine Elektronischen Geräte noch viel mehr. Für sie gibt es hier genügend Saft um die nächsten Tage zu überstehen (Steckdose). 

 

Bei einer improvisierten warmen Dusche lasse ich den Abend gemütlich ausklingen.

 

Und wer sich fragt, warum ich auf dem einen Bild so blöd ein Handtuch über dem Kopf hängen habe, dem sei gesagt, die Mücken kommen langsam aus ihren finnischen Löchern gekrochen und terrorisieren mich.