Alles über mein Fahrrad

Tagesetappe: Vaala - Oulu

Tagesdistanz: 98,7km

 

Heute möchte ich einmal genauer darauf eingehen, mit was für einem Gefährt ich auf Tour bin. 

Mittlerweile sitze ich Oulu im Wohnzimmer von Arttu, einem Host, den ich erneut über Couchsurfing gefunden habe. 

Aber jetzt mehr zu meinem Fahrrad:

Viele alteingesessenen Tourenradler würden bei meinem Fahrrad wahrscheinlich nur den Kopf schütteln. Seit je her gibt es unerbittliche Diskussionen auf diversen Portalen, ob man lieber ein 26 (stabiler, leichter zu ersetzen) oder 28 (minimal schneller) Zoll-Reifen fahren sollte. Ich habe alle Regeln gebrochen und fahre sogar ein 29er. Und ich liebe es. 

Kurz vorweg, bis jetzt hatte ich keinen einzigen Mangel an dem Fahrrad. Es läuft alles reibungslos. Nicht einmal einen Platten, gar nichts. 

Der Carbon-Rahmen „Tranny 29“ von Ibis überzeugt nicht nur mit seinem zeitlosen Design, sondern kann auch einiges an Stabilität ab. Jeden Tag hunderte von Schlaglöchern, Bordsteine, Hindernisse und sogar der ein oder andere kleine Sturz können den Rahmen nicht in die Knie zwingen. Gerade seine hohe Steifigkeit macht es mir deutlich einfacher. 

Die Gabel sollte auf jeden Fall eine Starrgabel sein, da eine Federung zu viel Kraft fressen würde. Das meinige Modell von V-Pace (ebenfalls aus Carbon) verhält sich wie der Rahmen. Sie hält auch einfach super unter der großen Last. 

Vorbau und Lenker, sowie Griffe sind ebenfalls von Ibis. Ich habe an dieser Stelle auf einen speziellen Fahrradlenker-Griff (z.B. Hörnchen) verzichtet. Es geht auch ohne. Wichtig ist nur, dass man nicht, wie bei einem Mountainbike üblich, eine zu sportliche Haltung hat. Deswegen ist der Vorbau sehr kurz gewählt, damit ich schön aufrecht sitze. 

Nun zu den Laufrädern. Hier habe ich von Easton arc30. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um 29 Zoll Laufräder. Diese sind zwar etwas schwerer, aber dafür enorm robust und stabil. Das Letzte, was ich gebrauchen kann ist eine 8 im Laufrad. Kann ich nur empfehlen. 

Bleiben wir beim Rad. Bei den Mänteln ist meine Wahl auf die Marathon Plus von Schwalbe gefallen. In diesem Segment, Radreisen, sind diese die gängigste Wahl. Durch einen extra 5mm dicke Schutzschicht im Reifen gelangen keine spitzen Gegenstände an den Schlauch. Das Werbevideo von denen sieht ein wenig aus wie in einer schlechten Teleshopping-Sendung, aber es entspricht einfach nur der Wahrheit. 

Bremse und Antrieb sind beide von Shimano. Bei den Bremsen hat man die Qual der Wahl ob Felgen- oder Scheibenbremse. Auf die Vor- und Nachteile möchte ich hier aber nicht weiter eingehen. Ich denke, man sollte einfach nehmen, was einem besser passt. Meine Scheibenbremse BL-M615 funktioniert jedenfalls auch bei der großen Last super. 

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle nochmal an die Jungs von Tri-Cycles. Das alles so gut klappt, ist deren Verdienst. Einen Tag vor Beginn meiner Reise haben sie das ganze Rad zusammengeschraubt. Das heißt, ich hatte nicht mal einen Tag es Probe zu fahren. Ich denke, das spricht schon für sich. So viel Erfahrung und Leidenschaft, wie sie in die Fahrräder stecken, erstellen sie bei jeder Montage ein einzigartiges Unikat. Schaut auf jeden Fall mal auf deren Seite vorbei, und lasst euch verzaubern. 

Der gesamte Antrieb ist mit dem Shimanosystem SLX bestückt. Nun könnte man denken, wieso nicht die bessere XT-Schaltung? Meiner Meinung nach aber nur ein Verschleißteil, welches viel mehr kostet und das bisschen mehr Gewicht macht den Brei auch nicht fett. 

Bei der Übersetzung hat Tri-Cycles etwas ganz besonderes für mich ausgewählt. Eine 1:11 Übersetzung. Das heißt nur ein Kettenblatt mit 30 Zähnen (nicht besonders groß). Das Ritzelpaket ist dafür sehr breitgefächert. Von einem 11er geht es hoch bis zu einem 46er Ritzel. Die optimale Wahl. Diese Kombination kann ich jedem nur empfehlen. Mit dem großen Ritzel kommt man jeden Berg hoch und das kleine lässt einen bis 35km/h treten (was völlig ausreichend ist). Vorher bin ich noch nie eine Einfachübersetzung gefahren, aber ich find es einfach nur genial.

An der Kurbel habe ich Kombipedale angebracht, damit ich sowohl mit Klicks und auch ohne fahren kann. 

 

Beim Sattel sollte auf jeden Fall nicht gespart werden. Wenn da was offen ist, kann man lange aussetzen. Deswegen habe ich mir einen Brooks-Sattel gekauft. Dieser Leder überspannte Sattel scheint zwar hart und mit seinem Vintage-Look nicht sehr tourentauglich, doch das Gegenteil ist der Fall. Ich lehne mich sogar aus dem Fenster und behaupte, dass dies die besten Tourensättel sind. Es gibt diverse Varianten, mit Federung und Co.. Meine Wahl ist auf einen einfachen Aged Sattel gefallen (aus Versehen habe ich die Damenvariante gekauft, unterscheidet sich in Maßen geringfügig, wegen geschlechtsspezifischer Anordnung der Gesäßknochen, passt aber auch). Hier gebe ich meine absolute Kaufempfehlung, so einen muss man haben.

 

Zum Schluss noch kurz ein Paar Infos über meine Anbauteile am Fahrrad. Über die Steckachse (man benötigt eine extra Steckachse für den Anhänger) befestigt, rollt der vollgepackt Anhänger „BOB YACK“ geschmeidig über den Asphalt (mehr dazu in ein paar Tagen). 

Damit mein Gesäß auch bei Regen trocken bleibt, habe ich ein Ansteckschutzblech von SKS. Vorne habe ich wiederum darauf verzichtet, was sich als gute Entscheidung herausgestellt hat. Es wäre einfach unnötiger Ballast. 

Natürlich darf es, wenn es dunkler wird, nicht an einem Licht fehlen, deswegen habe ich eine akkubetriebene Rückleuchte an meiner Sattelstütze. 

Damit mich andere auch hören, prangt an meinem Lenker eine Titanklingel. Die Dinger sind teuer aber genial, wie eine Klangschale mit lauterem und helleren Ton. Danke Elisabeth für dieses Geschenk. 

Zu guter Letzt sind an meinem Rahmen zwei Trinkflaschenhalter angeschraubt. Diese würde ich auch gegenüber einem Trinksystem mehr empfehlen. 

Mein Schloss ist ein Faltschloss von Abus. Da wollte ich keine Kompromisse eingehen und habe deshalb das sicherste gekauft. Einziger Nachteil, es wiegt ordentlich.