Gepäckverstauung und -transport

Tagesetappe: Oulu - Kemi

Tagesdistanz: 125km

 

Aus Oulu, geht es heute entlang der Küste (von der man leider nichts gesehen hat) in Richtung Kemi. Über den Tag verschwindet leider die Sonne immer mehr und ein unerbittlicher Regen setzt ein. Triefend nass und durchgeschwitzt finde ich zum Abend auf einem Feld eine Holzhütte. Zu meiner Überraschung befindet sich in ihr Stroh. Auf einem gemütlichen Strohbett und mit frisch gekochter Himbeer-Johannisbeer Marmelade an der Seite schlafe ich glücklich ein. 

 

Jetzt aber mehr zu meinem Gepäck:                           

 

Der Großteil des Gepäcks ist auf meinem Anhänger untergebracht. Hierbei handelt es sich um einen „BOB YACK“ (ist das gängigste Modell unter Radreisenden). Unfassbar, was das Ding alles abhaben kann. Auf meiner Reise hat dieser schon so unglaublich viele Schlaglöcher, Bordsteine und sogar den ein oder anderen Mountainbike-Trail überlebt. Und das ohne auch nur einen Platten. Also kaputt geht das Teil schon mal nicht so leicht. Ich hoffe das bleibt auch so. 

Die Ladefläche hat nach Hersteller eine Maximalladegewicht von 30 kg. Da das Gesamtgewicht des Reisegepäcks aber nicht über ca. 22 kg kommen sollte, wird diese Grenze nicht einmal angetastet. 

Das Gewicht sollte man versuchen gleichmäßig, mit den schweren Dingen nach unten, aufzuteilen.

Wenn man dies befolgt, läuft der Anhänger ohne großes Holpern und sehr ruhig. Wenn man nicht gerade einen Berg hoch fährt, spürt man nur minimal, dass überhaupt ein Anhänger anhängt. Es rollt einfach. Und vor allem bergab. 

Durch das Einschlagen des Fahrrads, wird das Duo aus Fahrrad und Anhänger zu einer eigenständigen Konstruktion, welche viel stabiler ist als ein Fahrradständer (siehe Foto). 

Der wohl warscheinlich größte Vorteil ist, dass man so gut wie jedes Fahrrad als „Zugmaschine“ nutzen kann. So sind bei Satteltaschen extra Halterungen für einen Gepäckträger vonnöten. Der Anhänger ist über die hintere Achse mit dem Fahrrad verbunden. Durch zwei Klammern wird dieser auch immer sicher in seiner Position gehalten.  

Nun zu den einzigen negativen Sachen. Durch den Anhänger verlängert sich das Gefährt um rund 1,5 Meter, was gerade in Engstellen das Rangieren erschwert und es einem quasi unmöglich macht, ohne fremde Hilfe Bahn zu fahren. Also bleibt einem nur übrig, alles mit dem Rad zurückzulegen. 

 

Auf dem Anhänger befindet sich mein Material in den zwei roten Packtaschen. Diese sind aus einem Angebot in der Stadt gekauft, deswegen würde ich euch einfach Packsäcke von Ortlieb oder gleich die zugehörige BOB YACK-Tasche empfehlen. 

Auf den Boden des Hängers habe ich noch eine zusammengefaltete Plane liegen, die zum einen vor Dreck von unten schützt und zum anderen in der Nacht als Abdeckung meines Rades dient. Kann ich nur empfehlen. Zudem habe ich noch einen Militärponcho dabei, ein Multifunkionsgegenstand. Theoretisch als Regenponcho nutzbar, in meinem Gebrauch aber vorwiegend unter dem Zelt liegend um den Unterboden zu schützen, da die meisten Wildcamping-Plätze nicht so schön flauschiges Gras haben wie ein Campingplatz. Ein Gegenstand, den ich vor etlichen Jahren bei den Pfadfindern kennen gelernt habe, aus dem man noch so einiges mehr bauen kann: ein Notzelt, ein Sonnensegel oder eine Rettungsliege.

Meine Kleidung habe ich noch eimal in einem Packsack von Tatonka (Größe M) untergebracht. Er dient einfach dazu, dass ein wenig Ordnung herrscht und nicht die ganze Kleidung rumfliegt und dreckig wird. 

 

Ansonsten habe ich noch einen Spanngurt, ein kleines Seil und ganz wichtig Packriemen (!!!) für die Befestigung loser Dinge außerhalb der Packsäcke (Zelt, Faltkanister, Einkäufe). Eins zwei kleine Karabiner sind auch von Vorteil, um Dinge schnell los zu bekommen. 

 

Phuuuu es geht noch weiter. In dem Rucksack auf meinem Rücken, habe ich die für mich wichtigen Dinge untergebracht, die ich immer schnell zur Hand haben muss. Zu Beginn hatte ich alles in den Packsäcken, aber damit wurde jeder Einkauf zu einem riesigen Heckmeck. Zudem hat mein Rucksack „BAIXTER 18“ einen Hüftgurt, der das Gewicht von den Schultern abnimmt und auf die Hüften überträgt. Mittlerweile ist der Rucksack ein Gegenstand, der nicht mehr wegzudenken ist. Bei Tagesausflügen in Städten und am Lagerfeuer immer dabei. Mit zwei Fächern ist genügend Platz für weitere wichtige Utensilien. 

Damit der Rücken nicht völlig verschwitzt, wie mit einem normalen Rucksack, ist extra eine Konstruktion aus Glasfiberstäben eingebaut, die die Auflagefläche auf wenige Punkte minimiert. Selbst bei heißen Temperaturen bleibt so der Rücken trocken. 

 

Eine Müllhalde für all den Rest: meine Lenkertasche. 

Neben der Kamera und dem Handy finden sich hier alle möglichen Kleinigkeiten. Hier mal eine kurze Aufzählung:

Schweizertaschenmesser, 2 Stifte, kleiner Notizblock, Kaugummis, Kopie meines Persos, Kopfhörer, ein wenig Geld, Kettenöl und Handschuhe.