Ein neuer Versuch

Tagesetappe: Inari - Aksujärvi

Tagesdistanz: 55,55 km

 

 

Nach etlichen Tagen habe ich heute mal wieder richtig ausgeschlafen. In den letzten Tagen klingelte wie üblich der Wecker gegen sechs Uhr, und um kurz nach sieben saß ich auf dem Sattel. Diesen Zwang möchte ich versuchen nun abzulegen. Ich sehne mich nach der Freiheit, von allen Zwängen entkettet zu werden, so auch von meinem Ego, das mir sagt, dass ich früh losfahren soll, damit ich mehr vom Tag habe. 

Die kalten Regentage verlangen merklich mehr Energie von einem. Das macht sich im Schlafbedarf und Hunger deutlich bemerkbar. 

Es regnet den ganzen Tag. Das Spiel mit dem Regen beginnt. Heute gehe ich mit einer anderen Strategie an die Sache heran. Absichtlich ziehe ich keine Regenhose und Regenjacke an. Das heißt zwar, dass ich nach wenigen Stunden durchnässt bin, ich aber dann die Kälte durch anziehen der restlichen Klamotten regulieren kann. Hätte ich von Beginn an alles angezogen, wäre die Nässe zwar nicht von außen an mich heran gekommen, dafür hätte ich aber so geschwitzt, dass der Effekt derselbe gewesen wäre, nur dass ich nun keine Sachen mehr zum überziehen hätte. Vorerst ist diese Strategie ganz gut, bis meine Füße ebenfalls durchnässt sind. Das darf nicht passieren. Viel zu spät habe ich mir die Schuhe mit Frischhaltefolie umwickelt, was dann leider auch nichts mehr gebracht hat. 

Da die Straßenverhältnisse miserabel sind, komme ich zudem nur sehr langsam voran. Gegen Abend, meiner ersten Pause nach 55 km, kühle ich schließlich vollends aus. Mit nassen Füßen weiter fahren macht für mich keinen Sinn. Außerdem spüre ich meine Finger schon nicht mehr und alles klebt nur so an meinem Körper. 

Auf Grund dessen entschließe ich mich, erneut den Schutz eines Campingplatzes zu suchen. 

Da es außer mir keine anderen Camper gibt, darf ich sogar in einer kleinen Kota übernachten. 

 

Morgen werde ich meine Strategie ein wenig verfeinern, damit ich endlich wieder wildcampen kann. Mal sehen ob ich Fortschritte mache.