Ein unvergesslicher Abend

Tagesetappe: Törmänen - Rovaniemi - Kaitajärvi

 

Tut das gut! Das erste Mal nach langer Zeit komme ich endlich wieder zum Lesen.

Radfahren, Zelt auf- und abbauen, Blog-Artikel schreiben, Route sondieren, kochen und der ganze Rest auf der Tour lassen einem nicht viel Zeit für sonstige Bedürfnisse, wie z.B. Lesen. 

Auf der Rückbank schmökere ich über die ein oder andere Seite, während Niklas und Philipp vorne die Kilometer bezwingen. Diese Auszeit, genau das habe ich gebraucht: Urlaub von meiner Reise. 

 

Ein Glückstreffer, dass mich dann auch noch die beiden, Philipp und Niklas, aufgegabelt haben. Mein Reifen platt, kein Fahrradladen weit und breit, so war es klar, dass ich erstmal nicht selbst mit dem Rad weiterfahren kann, und mich ein Stückchen chauffieren lassen musste / relaxen konnte.

Mit den Zweien habe ich zudem ununterbrochen Spaß. Wir lachen, diskutieren und genießen die Momente zusammen im äußersten Norden Europas. 

Gefühlt 90% der Zeit gehen für das Essen drauf, weil bei jedem Mahl spannende Gespräche entfachen, die einfach kein Ende finden. Zwei Freunde, die auf dem selben Weg wandeln, nach Abenteuer und Erfahrungen suchend, fahren sie mit der nötigen Spontanität dem Glück entgegen. 

 

Was für einprägende Tage. Um dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, suchen wir am Abend eine Stelle für die Nacht direkt am See. 

Im Laufe des Tages konnte ich bei einem Zwischenstopp in Rovaniemi (da war ich ja vor ca. 2 Wochen schon mal, und hatte mir unter anderem eine neue Fahrradkette gekauft) nun auch noch einen neuen Mantel für meinen Anhänger erwerben.

 

Jetzt kann es also wieder los gehen. Auf dem Rad in Richtung Deutschland. 

 

Aber zurück zum unvergesslichen Abend. Der Platz war einfach perfekt. Ein Feuer ist schnell gemacht, und ab geht es ins eisige Wasser baden (vielmehr: so einmal ganz kurz rein und blitzschnell wieder raus).

 

Die Umgebung erweist sich als wahre Fundgrube. Eine alte Axt, ein Stahlrohr, einiges an Holz und gemeine Seemuscheln geben unserer Kreativität freien Lauf. Das Feuer wird immer größer und das Rohr Opfer erster Schmiedeversuche. Bei tief gehenden Gesprächen (die ich sehr vermisst habe) geht der Abend gemeinsam mit dem kleiner werdenden Feuer zu Ende.