Erkenntnis

16. Sep

Tagesetappe: Hassela - Vallsta

Tagesdistanz: 92 km

 

17. Sep

Tagesetappe: Vallsta - Ockelbo

Tagesdistanz: 104 km

 

 

Schweden: 96% Wälder, ein paar Seen und dazwischen die goldigen roten Häuschen. Das Wetter hat sich zum Glück gebessert. Es regnet zumindest nun nicht mehr. 

Beständig fahre ich meine ca. 100 km am Tag und genieße die schönen Ausblicke am abendlichen Schlafplatz. Die Situation der befahrbaren Straßen ist ab Sundsvall drastisch besser geworden. Immer über das Land, geht es zwischen Kuhweiden und Bäumen Richtung Uppsala. 

Gegen Abend lässt sich wieder ohne Probleme ein wunderbarer Ort am See finden. Vorteil daran, man hat immer Wasser und muss dieses nicht lästig mitschleppen.

 

Auf einer alten, hölzernen Bank, die auf einen gigantischen See gerichtet ist, verlassen zwischen Kuhweide und Bootsanleger steht, habe ich seit langem den wohl einprägendsten Abend. Die Sonne verschmilzt gerade mit den schillernden, sachten Wellen, die vergeblich an den Felsbrocken am Ufer zerschellen, als mir klar wird, wie wenig ich in der vergangen Zeit doch wirklich alleine war.

Es mag komisch klingen, aber wann hatte ich wirklich Zeit, einfach mal nichts zu tun? Oder vielmehr, wann habe ich mir die Zeit genommen? 

Oft habe ich die perfekten Momente, besser könnte es nicht sein. Doch genau dann versuche ich, Bilder davon zu schießen, um ihn für immer festzuhalten. Ich muss noch einen Bericht schreiben und bin eigentlich sowieso viel zu müde. 

An diesem See wurde mir plötzlich klar, ich muss alles einmal dort liegen lassen wo es stand, sein lassen, wie es war und vor allem die Ansprüche meiner Gedanken, den Moment festzuhalten, verwerfen. 

Es wurden Stunden daraus, Stunden in denen ich, in meinen Schlafsack eingemummelt, auf der alten Bank saß und einfach den Anblick genoss. 

 

Und ich hatte gedacht, ich genieße die Momente. Doch in Gedanken war ich immer schon einen Schritt weiter.