Die Perle des Nordens

Tagesetappe: Uppsala - Stockholm

Tagesdistanz: 76 km

 

Stockholm: Diese Stadt, ich bin einfach nur noch hin und weg. Mir wurde gesagt, dass es eine vielseitige und atemberaubende Stadt sein müsse, aber das was diese Stadt mit mir macht, sprengt alle Erwartungen. 

 

Das erste Mal auf meiner ganzen Reise stöpsle ich mir Kopfhörer in die Ohren und lasse mich berauschen (Podcast: Beste Freundinnen, sehr empfehlenswert). Autopilot, die ganze Konzentration auf den Hör-Sinn gerichtet fliegt, alles an mir vorbei. 

Mitten in der Stadt, die Folge ist zu Ende, Stille, die Wahrnehmung springt um und ich finde mich im größten Gewusel seit Bangkok wieder. Überall blinkt es, ein Auto hupt, Menschen mit Koffern kämpfen sich die Straße entlang, und tausende andere Fahrradfahrer bilden eine Einheit mit mir. Eine wahre Reizüberflutung.

Alte Gebäude, neue Gebäude, Architektur, Kunst und vor allem Menschen. Wirre Wege, Straßen in verschiedensten Ebenen, Brücken von A nach B, aufs Erste ist es unmöglich, sich zurechtzufinden. Als ich mich schließlich doch durch diesen  „Tsunami“ durchgekämpft habe, beglückt mich der wunderschöne Sonnenuntergang, der die gesamte Stadt in ein tiefes Rot taucht. Wunderschön. Die pompösen, königlichen Gebäude strömen in der goldenen Sonne eine altertümliche Dominanz aus. 

Am nächsten Tag ist es hingegen trüb, es regent. Bin ich froh, dass ich so himmelhochjauchzend empfangen wurde, sonst hätte ich ein ganz anderes Bild von Stockholm bekommen. Wie situationsgebunden doch jede Empfindung eines Ortes ist! Jede noch so kleine emotionale Regung bestimmt unsere Wirklichkeit über einen Ort. Kurios.