Traditionen des Nordens

Tagesetappe: Värnamo - Skånes Fagerhult

 

Tagesdistanz: 81,23 km

 

Skandinavien prägt eine ganz spezielle Kultur. Besonders ein Motiv bricht aus dem Lebensalltag hervor. Rationierung.

Als es früher noch keine Supermärkte gab und auf dem Land der Milchmann allwöchentlich kam, hatten vor allem die nordischen Länder zu kämpfen. Eine dicke weiße Schneeschicht machte es schwer, an Essen zu gelangen, geschweige denn zu ernten. Deswegen wurde "gebunkert".

In den Supermärkten findet man bis heute eine riesige Abteilung mit Knäckebrot, Wasser, Salz und Mehl, einfache Kost, aber lange haltbar. Traditionellerweise ist das Knäckebrot kreisrund mit einem Loch in der Mitte, um es an einem Besenstiel auf dem Dachboden aufzuhängen, damit man es vor den Nagern in Sicherheit wusste. Auf diese Weise hält es über mehrere Monate bis Jahre.

Auch bei anderen Lebensmitteln lässt sich dieses Phänomen wiederfinden. Käse ist vorwiegend in ganzen Laiben zu erhalten und ein Aufschnittkäse, unter 1kg Inhalt, eher unüblich. Für eine einzelne Person wie mich unmöglich. 

Zur Haltbarkeitsverlängerung wurde in Skandinavien früher natürlich eine Menge Salz verwendet, weshalb traditionelle Fisch-Creme-Brotaufstriche noch heute sehr pikant sind. 

 

In anderen Bereichen der Entwicklung scheiden sich die Welten. Handwerklich begabt, wird das Eigenheim mit eigenen Fähigkeiten gebaut, modelliert und repariert. Zäune werden aus in den Boden gehauenen Stöcken gebaut, und ein mehrere Meter hoher Berg Brennholz findet sich vor vielen Häusern. Es wird selbst Hand angelegt.

 

Auf der anderen Seiten findet man die neusten Techniken an jeder Ecke. Die Tankstellen meist unbemannt, nur der Kartenautomat als Kassierer. Im Supermarkt kann man mit seinem eigenen Pips-Dings durch die Reihen ziehen und somit die gewünschten Produkte gleich selber einscannen. Dicke Ami-Karren feuern gewaltige Dieselwolken in die Luft. Was für eine Welt!